Geschichte und Betrieb:Grubenbahnen

Aus Feldbahn.Vorbild.Modellbau

Wechseln zu: Navigation, Suche




proto_logo.gif

Geschichte und Betrieb / History & Operation


Grubenbahnen

Die Bergwerksbahnen dienen dazu, alles, was in einem Bergwerk gewonnen oder gebraucht wird, zwischen Abbauort und Tageslicht zu befördern.
Dabei werden nicht nur nutzbare Minerale transportiert, sondern auch das taube Gestein. Dieses wird entweder in den Versatz, also die ausgebeuteten Stollen, gebracht, oder es wird über Tage auf Halde geschüttet. Außerdem transportieren die Grubenbahnen auch Holz, Mauerstoffe, Maschinen und weitere unter Tage benötigte Geräte.

Das im Bergwerksbetrieb gebräuchlichste Fahrzeug ist der Förderwagen, auch "Hunt" genannt. Die Bezeichnung "Hunt" soll von dem slowakischen Wort "hyntow" (= Wagen) stammen.
Der Förderwagen ist einfach und robust gebaut: Er besteht aus einem Förderkasten und zwei Achsen, die mit diesem ungefedert verbunden sind.
Die ersten Förderwagen bestanden aus Holz und waren über eine Stirnseite kippbar. Dazu war diese Stirnwand oben an Scharnieren aufgehängt und unten verriegelt. Später wurden die Förderwagen aus starken Blechen und Profileisen genietet, bzw. heute geschweißt. Bei Lokomotiv- oder Pferdebetrieb waren die Wagen mit Zug- und Stoßeinrichtungen versehen, bei Förderwagen für den Handverschub, waren diese auch abnehmbar.

fbh-bgw1.jpg

fbh-bgw2.jpg

Für die Entleerung der Hunte gab es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen konnten sie in stationären Kippvorrichtungen, den sogenannten Rollen- oder Kippwippern, entladen werden. In diese wurden die Hunte hineingefahren, und durch seitliches Rollen oder Kippen entladen. Andererseits konnten die Wagen auch auf speziell geformten Gleisenden über ihre vordere Stirnwand entladen werden. Diese Gleisenden waren so im Halbkreis nach oben gebogen, daß sie den vorderen Radsatz fast spielfrei umschlossen, und ihn somit beim Kippen sicher festhielten.

Die Beförderung der Wagen erfolgte bis 1914 zumeist mit Pferden. Nach dem 1. Weltkrieg waren Pferde knapp und Futtermittel teuer. Man begann die maschinelle Zugförderung einzuführen.
Dies geschah einmal durch Seilförderanlagen, die stationär betrieben wurden, zum anderen wurden Lokomotiven eingesetzt. Abhängig von der Art des Bergwerkes wurden Lokomotiven aller bekannten Traktionsarten eingesetzt.
Die Hauptkriterien für den Einsatz einer bestimmten Traktionsart waren zum einen die Schlagwettergefahr, Schlagwetter sind verpuffende oder explodierende Grubengase, und zum anderen die Möglichkeiten zur Bewetterung, das heißt Frischluftzufuhr. So schieden bei schlechter Bewetterung alle Verbrennungs-Antriebe aus. Im Gegensatz dazu konnten selbst bei hoher Schlagwettergefahr Diesel- und Akku-Lokomotiven eingesetzt werden, wenn diese entsprechende Schutzeinrichtungen hatten.


© 1997/2009, Ralf Schreiner
Persönliche Werkzeuge