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Fahrzeuge und Gleisbau / Rolling Stock & Trackwork


Oberbau

Oberbau

Der Oberbau von Feldbahnen ist naturgemäß leicht gehalten, da üblicherweise mit geringen Achslasten gefahren wird. Auch sollen die Gleise leicht zu verlegen sein, insbesondere dann, wenn ihre Lage im Betrieb mehrfach geändert werden muß, wie z.B. in Sandgruben.

Siehe Tafel für Schienenmaße

Als Schwellen bieten sich solche aus Holz oder Stahl an. Betonschwellen sind bei Feldbahnen eigentlich nicht üblich gewesen.
Stahlschwellen haben den Vorteil, daß das Auflager für die Schienenprofile schon vorhanden ist. Bei leichteren Profilen werden Schienen und Schwellen zu einem Gleisrahmen verbunden, der auch im Ganzen bewegt werden kann. Diese Gleisrahmen lassen sich leicht verlegen und wieder abbauen. Ihr bevorzugtes Einsatzgebiet sind Baustellen mit ständig wechselndem Gleisbild und militärische Feldbahnen. Eine Sonderform ist das Patentgleis, das nicht gelascht sondern einfach nur zusammengesteckt wird (ähnlich wie bei Modellbahnen), und das vorzugsweise in der Land- und Forstwirtschaft Verwendung gefunden hat. Stahlschwellen haben zudem eine recht gute Haltbarkeit, wenn sie voll im Erdreich eingegraben werden - ein bißchen Rostschutz kann dennoch nicht schaden.

Siehe Tafel für Schwellenmaße

Holzschwellen haben dagegen den Nachteil, daß sie im Laufe der Zeit verfaulen, auch wenn sie imprägniert sind. Ihr Vorteil liegt in der leichten Bearbeitung. Man kann sie mit der Säge auseinanderschneiden und auch sehr leicht Löcher für die Schwellenschrauben hineinbohren. Die Erfahrung lehrt, daß in der Länge halbierte Regelspurschwellen zu einem recht stabilen Oberbau führen, wohingegen Feldbahnschwellen zu leicht für eine dauerhaft stabile Lage sind. Die Auflagefläche ist bei Regelspurschwellen größer und eine Schwellenlänge von etwa 1,30m gibt auch in der Querachse eine recht gute Auflage. Der zuläßige Raddruck (= 1/2 Achslast) von Holzschwellen mit einer Breite von 130 bis 140 mm kann etwa dem der Dachschwelle Typ 175/9 gleichgesetzt werden. Dabei ist der maximale Schwellenabstand von 100 cm auch bei niedrigerem Achsdruck und leichterem Gleis nicht zu unterschreiten.
Unabhängig von der verwendeten Schwellenart, werden diese im Abstand zwischen 0,5 und 1,0m verlegt, je nach Tragfähigkeit des Untergrundes und der maximalen Achslast der eingesetzten Fahrzeuge.

Siehe Tafel für Schwellenabstände

Befestigt werden die Schienenprofile auf Stahlschwellen in der Regel durch Schrauben, z.T. in Kombination mit Klemmplatten.
Auf Holzschwellen ist die einfachste Befestigungsart das Nageln mit Hakennägeln. Die Nägel haben jedoch den Nachteil, daß sie durch die Bewegung des Gleiskörpers beim Befahren gelockert werden, so daß sie immer wieder nachgeschlagen werden müssen. Es gibt sehr gute Erfahrungen mit dem Verschrauben. Dazu wird das Schienenprofil rechts und links mit je einer Schienenschraube befestigt, wobei die Schiene ohne Unterlagplatte auf der Schwelle aufliegen kann. An besonders exponierten Stellen (Weichen, Kurven) sollten jedoch Unterlagplatten eingebaut werden. Wenn nicht anders vorhanden, genügt ein breites Flacheisen oder ein zugeschnittenes Stahlblech von 3 bis 5mm Dicke.

Die Verbindung der Feldbahnschienen erfolgt üblicherweise durch verschraubte Laschen. Ein Verschweißen hat zudem den Nachteil, daß sich die Schienen bei starker Erwärmung verwerfen, da der Oberbau für ein Verschweißen zu leicht ist und durch die dann fehlenden Schienenstöße der Längenausgleich fehlt.
Laschen gibt es in der Ausführung als Flachlaschen und als Winkellaschen. Winkellaschen geben eine bessere Stabilität gegen Ausknicken in der Gleislängsachse z.B. in Kurven. Es gibt spezielle Laschenschrauben mit ovalem Kopf, die allerdings recht teuer sind. Nach den Erfahrungen kann man auch Maschinenschrauben nehmen, man muß dann eben beim Verschrauben einen zweiten Schlüssel gegenhalten. Bei den recht kleinen Schienenprofilen der Feldbahn sollte man unbedingt darauf achten, den Schraubenkopf, im Gegensatz zur Regelspur, nach innen zu nehmen, da sonst die Spurkränze auflaufen können.

Radien

Die Gleisradien richten sich bei einer Feldbahn im allgemeinen nach dem Gelände. Allerdings gilt auch für Feldbahnen, daß die Radien möglichst groß gehalten werden, da der Verschleiß an Rad und Schiene geringer ist und die Sicherheit gegen Entgleisen mit größer werdendem Radius zunimmt.
Generell ist der Mindestradius einer Eisenbahn abhängig von den Fahrzeugen und der Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit kann bei einer Feldbahn vernachlässigt werden. Bei den Fahrzeugen gilt, daß bei größer werdender Zahl der Achsen und größerem Achsstand die Mindestradien größer werden. Bei Lokomotiven wird er üblicherweise vom Werk angegeben.
Generell ist darauf zu achten, daß in Kurven eine Spurerweiterung erforderlich ist. Sie muß umso größer sein, je enger der Radius und je größer die Zahl der starr im Rahmen gelagerten Achsen ist. Andererseits ist auf die Radreifenbreite zu achten, sonst können, insbesondere kleinere Fahrzeuge zwischen den Schienenköpfen durchsacken.
Folgen mehrere Kurven aufeinander, ist darauf zu achten, daß zwischen zwei gegenläufigen Radien ein gerades Gleisstück eingefügt wird, das mindestens der Länge des längsten Fahrzeuges entspricht. So können sich die Fahrzeuge nach einem Kurvenlauf zunächst einmal geradeaus einstellen, bevor sie in den anderen Radius einschwenken.

Siehe Tafel für Mindestradien


© 1998/2009, Ralf Schreiner, Text: Auszug aus Gleisbau im Feldbahnmuseum, Frankfurter Feldbahnmuseum, 1994
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